Toleranz: Ein Schlüssel zur Integration und Vielfalt
Das Landesnetzwerk der Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) e.V. stärkt den sozialen Zusammenhalt und fördert den interkulturellen Dialog. Durch gezielte Bildungs- und Beratungsangebote sollen Vorurteile abgebaut und gleichberechtigte Teilhabe durchgesetzt werden. Geschäftsführer Mamad Mohamad gibt einen Einblick in die Arbeitsweise des Netzwerkes.
Toleranz ist eine Tugend, ohne die unsere Gesellschaft nicht funktionieren kann. Sie ist die Grundlage für ein friedliches Miteinander in einer immer vielfältiger werdenden Welt. Toleranz spielt insbesondere im Kontext von Migration und den damit verbundenen Herausforderungen eine entscheidende Rolle.
Migration bereichert unsere Gesellschaft in vielerlei Hinsicht – daran führt kein Weg vorbei. Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und mit verschiedenen Hintergründen bringen neue Perspektiven, Ideen und Traditionen mit sich. Und das ist auch gut so! Diese Vielfalt ist eine große Chance, unsere Gesellschaft dynamischer und innovativer zu gestalten – und wir sollten sie nutzen! Doch nur mit einem offenen und toleranten Umgang miteinander können wir die Potenziale der Migration voll ausschöpfen.
Migrant*innenorganisationen wie das Landesnetzwerk der Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) e.V. leisten hierbei einen unverzichtbaren Beitrag. Sie unterstützen Migrantinnen bei der Integration, fördern den interkulturellen Dialog und setzen sich für eine gleichberechtigte Teilhabe ein. LAMSA e.V. setzt sich in zahlreichen Projekten und Bündnissen erfolgreich für ein besseres Verständnis und eine größere Akzeptanz zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen ein.

Auf der Webseite www.lamsa.de finden Sie umfassende Informationen über die Arbeit von LAMSA e.V. sowie über aktuelle Projekte und Veranstaltungen. Auch auf verschiedenen Social-Media-Kanälen machen wir unsere Angebote sichtbar. Diese Plattformen dienen zum einen als Informationsquellen für unterschiedliche Zielgruppen und zum anderen haben sie eine Brückenfunktion zwischen den Migrant*innen und der Aufnahmegesellschaft. Wir stärken den sozialen Zusammenhalt, indem wir den Austausch fördern. Durch gezielte Bildungs- und Beratungsangebote bauen wir Vorurteile ab und fördern den sozialen Zusammenhalt.

Die aktuelle politische Landschaft stellt uns vor besondere Herausforderungen. Die AfD ist in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt vom Verfassungsschutz eindeutig als rechtsextrem eingestuft. Für Menschen mit Migrationsgeschichte bedeutet die Stärkung der AfD eine erhebliche Gefährdung – im Gegensatz zu Menschen ohne Migrationsgeschichte. Die AfD ist seit 2016 im Landtag von Sachsen-Anhalt vertreten. Die AfD hat die politischen Debatten nach rechts verschoben, die Diskussionskultur aggressiver gemacht und sich im Landtag teilweise durch „Gossensprache” disqualifiziert. Sprache folgt Tat – das ist allgemein bekannt. Die Beispiele dafür sind endlos.
Die Konsequenzen für migrantische Communities sind gravierend und dürfen nicht länger ignoriert werden.
- Leibliche Gefährdung ist eine reale Bedrohung. Die Gefahr, in Sachsen-Anhalt Opfer rechter Gewalt zu werden, ist erheblich höher (vgl. Bundesbilanz zu Opferzahlen 2023).
- Unsicherheitsgefühl: Betroffene fühlen sich unsicher und ziehen sich oft vom Engagement und öffentlichen Auftreten zurück.
- Identifikationsprobleme: Das Gefühl, sich mit dem Wohnort nicht identifizieren zu können, führt dazu, dass man sich selbst als Fremdkörper wahrnimmt, als jemand, der nicht wirklich dazugehört.
Diese Herausforderungen verschärfen die gesellschaftliche Spaltung – und das ist ein Problem:
- Die Folge ist, dass sich die sozialen Spannungen zwischen den verschiedenen Gruppierungen weiter verschärfen und damit die soziale Kohäsion weiter geschwächt wird.
- Es ist offensichtlich, dass fehlendes Engagement in diversen Gruppen zu einer Schwächung des Zusammenhalts der Zivilgesellschaft und somit zur Schwächung der Demokratie führt.
- Eine starke Zivilgesellschaft vor Ort ist unerlässlich, um demokratische Werte in der Gesellschaft zu vermitteln. Wenn sich immer weniger Menschen engagieren, fehlen an vielen Stellen die Stimmen, die sich für demokratische Werte einsetzen. Die Demokratie kann solche Defizite nicht ausgleichen. Diese Entwicklung ist umso besorgniserregender, da der demografische Wandel unaufhaltsam voranschreitet.
Wir sind nicht gegen andere, sondern wir setzen uns gemeinsam für demokratische Grundwerte ein. Weiterführende Konsequenzen:
- Die Menschenwürde, -rechte und Freiheiten sind unantastbar. Diese Grundrechte, die uns per Grundgesetz zugesichert sind, werden in Frage gestellt, wenn der Staat und die Presse diskreditiert werden. Das ist inakzeptabel. Staat und Politik müssen das Vertrauen der Menschen zurückgewinnen.
- Entmoralisierung der Bürger*innen: Das Unsagbare wird sagbar, das Gesagte wird zur Tat, und es wird banalisiert und akzeptiert (vgl. rassistische Parolen auf Partys).
Unsere Botschaft ist klar und deutlich:
- Wir fordern eine starke Einbindung der Zivilgesellschaft in Diskurse. Dogmatische oder parteipolitische Diskussionen führen in die Sackgasse – das ist ein Fakt. Die Zivilgesellschaft muss in gesellschaftspolitischen Entscheidungsprozessen viel stärker als bisher eingebunden werden. Diskussionen müssen auf Augenhöhe stattfinden – sowohl quantitativ als auch qualitativ.
- Diversität ist ein Qualitätsstandard. Für einen weltoffenen und attraktiven Lebensort ist Diversität unerlässlich.
- Rassismus ist kein Randphänomen für Rechtsextremist*innen, sondern eine gesellschaftliche Verantwortung. Wer Alltagsrassismus unwidersprochen zulässt, muss damit leben, dass eine rassistische Gesellschaft auch für die eigenen Kinder Konsequenzen hat.
- Unsere Strategie muss daher zweigleisig sein: Wir dürfen der AfD keine freie Bühne bieten und sollten auch nicht zur aktiven Zusammenarbeit oder Zusammenkunft mit ihr aufrufen.

Wir treten gemeinsam für eine tolerante und weltoffene Gesellschaft ein, in der jeder Mensch unabhängig von seiner Herkunft die gleichen Chancen hat. Besuchen Sie www.lamsa.de und engagieren Sie sich! Denn nur gemeinsam können wir eine tolerante Gemeinschaft schaffen, in der jeder Mensch unabhängig von seiner Herkunft die gleichen Chancen hat.
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