Hauptamt braucht Ehrenamt – und umgekehrt
Bei der Bürgerstiftung Bonn arbeiten Angestellte und Ehrenamtliche Hand in Hand
Bei der Bürgerstiftung Bonn, die zu den größten deutschen Bürgerstiftungen gehört, engagieren sich aktuell über 300 Ehrenamtliche – in Gremien, Projekten und als Unterstützer des dreiköpfigen hauptamtlichen Teams der Geschäftsstelle in der Wilhelmstraße. „Die vielfältigen Aktivitäten unserer Bürgerstiftung wären ohne die engagierte Mitarbeit von Ehrenamtlichen nicht möglich“ stellt Stiftungs-Geschäftsführer Jürgen Reske fest.
Das hauptamtliche Team arbeitet eng mit den Gremienmitgliedern, den Projektleitern und einer Reihe von Ehrenamtlichen in der Geschäftsstelle zusammen. Ansprechpartner für viele Ehrenamtliche in den Projekten, häufig in Grundschulen, sind hingegen die ebenfalls ehrenamtlich tätigen Projektleiter. „Unsere Ehrenamtlichen kommen aus den unterschiedlichsten Berufen und verfügen daher über Erfahrungen, die wir oft selbst nicht haben“, so Reske. „Darunter sind ehemalige Banker, eine Fernsehredakteurin, Kommunikationsexperten, Schulleiter und mehrere Juristen. Sie sind für uns keine wertvollen Hilfskräfte, sondern wir begegnen uns auf gleicher Augenhöhe.“

Theater für dich und mich
Zu den ehrenamtlichen Projektleitern gehört der pensionierte Lehrer und Theaterpädagoge Holger Naatz, der seit mehreren Jahren das Theaterpatenprojekt „Theater für dich und mich“ organisiert und dabei eng mit André Scholz, dem stellvertretenden Geschäftsführer der Bürgerstiftung Bonn, zusammenarbeitet. Während sich Holger Naatz um die Kooperation mit der Theatergemeinde Bonn und den Kontakt zu den ehrenamtlichen Theaterpaten kümmert, ist André Scholz insbesondere für die finanzielle Abwicklung des Projektes verantwortlich. Birgit Hensel gehört zu den Theaterpaten, engagiert sich aber auch als Moderatorin von Bürgerstiftungs-Veranstaltungen. „Ich empfinde beide Aufgaben als Bereicherung für mein Leben“, sagt sie mit einem Strahlen im Gesicht. Holger Naatz freut sich auf viele weitere Theaterpaten, die fünfmal im Jahr ein Grundschulkind ins Theater begleiten und die Kosten für das gemeinsame Patenabo übernehmen. Für Studierende, Auszubildende und Schüler zahlt die Bürgerstiftung die Kosten. „So können wir auch junge Menschen schon frühzeitig ans Ehrenamt heranführen“, sagt Holger Naatz.
Bonner Bildungsfonds
Auch beim größten Projekt der Bürgerstiftung Bonn, dem Bonner Bildungsfonds, zeigt sich die wirkungsvolle Zusammenarbeit zwischen den hauptamtlich Angestellten und den Ehrenamtlichen. Beim Bonner Bildungsfonds erhalten aktuell 53 Grundschulen und Kitas Fördermittel in Höhe von jährlich 180.500 Euro, über deren Verwendung die Einrichtungen in eigener Verantwortung entscheiden können.
Zeitaufwändige Förderanträge müssen nicht gestellt werden. Zwei ehrenamtliche Projektleiter arbeiten in enger Abstimmung mit Jürgen Reske und André Scholz, um den reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. „Das beginnt mit dem Fundraising der Fördermittel und endet mit der Prüfung im Rahmen unserer Jahresabschlussprüfung, ob alle Gelder auch zweckgerichtet für Bildungsprojekte verwendet worden sind“, erläutert Jürgen Reske.
Eng in das Projekt eingebunden sind die 16 „Standort-Paten“, zu denen Johanna Holzhauer und Joachim Mohr gehören. Sie nehmen persönlich an Fördermaßnahmen teil und sind Ansprechpartner für die Schul- und Kitaleitungen. „Es ist schön mitzuerleben, wie die Ideen und Projekte in der Grundschule am Apfelkarten und der Kita Von-den-Driesch-Straße in Buschdorf umgesetzt werden, und wie die Kinder ihre Fähigkeiten weiterentwickeln,“ freut sich Johanna Holzhauer. Und Joachim Mohr ergänzt: „Wenn ich sehe, wie die Hilfe in der Carl-Schurz-Schule und den benachbarten Kitas in Tannenbusch ankommt und dort bei den Kindern und Betreuern zu Freude und Dankbarkeit führt, gibt mir das einen enormen Motivationsschub.“
Text und Foto: Jörg Wild
Kategorien