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Hoffnung und Gerechtigkeit für Gregory

Langsam aber immer sicherer reiht Gregory Wort an Wort – und spricht Satz für Satz aus. Er liest laut vor. Dass Gregory überhaupt jemals lesen würde, schien noch vor einem Jahr undenkbar. Der Achtjährige mit dem dunkelbraunen Haar hat Zerebralparese. Diese Gehirnschädigung ist schuld daran, dass er immer wieder krampft, dass er Teile seines Körpers nicht bewegen und das Gleichgewicht nicht gut halten kann. Es fällt ihm auch schwer zu sprechen und er lernt ziemlich langsam. Kinder mit Zerebralparese gibt es auf der ganzen Welt. Sie alle haben es nicht leicht. Aber weil Gregory in den Hochanden Perus zur Weltgekommen ist, wo das wenige Ärzte und schlechte Versorgung gibt, hat er es besonders schwer. In seiner Nachbarschaft wohnt ein behindertes Kind, das von seinen Eltern „versteckt“ wird.

Kinder mit Behinderung sind dort, wo Gregory zur Welt gekommen ist, ein Makel für die Familie. Zum Glück ist Gregory seiner alleinerziehenden Mama nicht peinlich. Aber Hilfe – die hat sie lange auch nicht gefunden, für ihren besonderen Sohn. In ihrer Welt ist es keine Selbstverständlichkeit, dass einem Kind mit besonderen Bedürfnissen geholfen wird.

Dann hat sie von „casayohana“ gehört. Hier kümmern sie sich um Kinder wie Gregory: Nachhilfe, medizinische Versorgung, gesunde Ernährung – und Beratung für die Eltern, wie und wo sie Fördermöglichkeiten beantragen können, gibt es dort. Sie tun dies, weil sie dazu beitragen wollen, dass die Welt ein bisschen gerechter wird. Nachhaltig, auf Basis eines christlichen Menschenbildes zu helfen, ist ihr Ziel. Ein christliches Menschenbild geht davon aus, dass jeder Mensch eine Würde hat, egal, ob er eine Behinderung hat oder nicht, egal, welches Geschlecht oder welche Hautfarbe er hat.

Gregory ist drei Mal in der Woche bei casayohana in Andahuaylas. Dort hat er gelernt, allein zu laufen. Er hat Medizin bekommen, die ihm hilft. Er hat lesen gelernt! Heute hatte er schon Logopädie und Physiotherapie. Davor hat er mit anderen Jungs Fußball gespielt. Obwohl Gregory eine Orthese am rechten Bein trägt, schafft er es mit den anderen mitzuhalten. Ein selbstsicheres Lächeln huscht über sein Gesicht, als es ihm gelingt, den Ball im Tor zu versenken. Und Martha, seine Lehrerin in casayohana, staunt darüber, wie gut Gregory sich entwickelt – trotz seiner Einschränkungen. Bei ihr fühlt sich Gregory wohl. Der Lehrer, den Gregory hatte, bevor er zu casayohana kam, hat ihn geschlagen, wenn er die Dinge nicht so schnell gelernt hat wie die anderen. Martha hat viel mehr Geduld mit ihm – weil sie versteht, dass Gregory sich Mühe gibt, auch wenn sie manches viele, viele Male erklären muss. Ihre Wertschätzung tut Gregory gut. Bei casayohana hat er erfahren, was es bedeutet, Achtung vor sich selbst zu gewinnen. Der Junge, der vor einem Jahr scheinbar keine Perspektive auf ein würdevolles Leben hatte, bewegt sich inzwischen sicher, er spricht laut und er hat gelernt an sich selbst zu glauben und daran, dass er ein gutes Leben führen wird. Aber heute möchte er erstmal wissen: „An welchem Tag kann ich wiederkommen?“

Text: Stefanie Ramsperger, Deutscher EC-Verband

Damit Kinder wie Gregory eine faire Chance auf ein gutes Leben haben, braucht casayohana Spenden. Wir, der Deutsche EC-Verband, führen die Projekte in Peru gemeinsam mit casayohana durch. Gemeinsam helfen wir Kindern mit Behinderung, Frauen und Familien und ermöglichen therapeutische Angebote im Hochland der Anden Perus. Auch kleine Beträge helfen uns, viel zu erreichen und für ein bisschen mehr Gerechtigkeit auf der Welt zu sorgen. Wir freuen uns, wenn Sie sich beteiligen:
Spenden Sozial-Missionarische Arbeit (ec-sma.de)
Bank Deutscher EC-Verband
DE50 5206 0410 0000 8003 25
Evangelische Bank eG
Spendenzweck: Peru